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KistenwechselSpielzeug im Wechsel statt immer mehr
Kiste 3 · Stofftiere, Puppen, Verkleiden, Musik

Kuscheln und Rollenspiel: was nie wechselt

Die dritte Kiste ist die heikelste. Bausteine vermisst niemand nach einer Woche, ein Stofftier dagegen schon. Deshalb beginnt diese Kiste mit einer Liste dessen, was nie hineinkommt.

Was nie in die Kiste kommt

Das Lieblingstier bleibt draußen, immer. Dasselbe gilt für das Tier, mit dem gerade eingeschlafen wird, für die Puppe, die mit in den Urlaub durfte, und für alles, was ein Kind in den letzten Tagen mehrfach gesucht hat. Das ist keine Ausnahme von der Regel, sondern ihr wichtigster Teil. Der Wechsel ist für die vielen Plüschtiere gedacht, die als Geschenk gekommen sind und seitdem in einer Ecke sitzen, nicht für die zwei oder drei, die wirklich dazugehören.

Wer unsicher ist, fragt das Kind ganz direkt: „Wer darf immer bei dir bleiben?“ Meistens kommen schnell zwei oder drei Namen. Die bekommen einen festen Platz auf dem Bett oder im Regal, und alle anderen dürfen in den Wechsel.

Alter Teddybär mit roter Strickweste

Was in Kiste 3 kommt

Die dritte Kiste sammelt alles, womit Kinder Geschichten spielen: Stofftiere und Puppen, Puppengeschirr und Puppenkleider, eine Handvoll Fingerpuppen, Verkleidungen. Auch Musikinstrumente passen gut hinein, ein Xylophon, eine Trommel, Rasseln und eine Mundharmonika. Sie werden oft zum Teil der Geschichte, als Kapelle für die Teddyhochzeit oder als Alarm für die Feuerwehr der Puppen. Wer viel Rollenspielzeug hat, lagert den Kaufladen in eine eigene Kiste aus.

Welche Stofftiere wechseln

Bei Plüschtieren hat sich bewährt, nicht nach Größe oder Art zu sortieren, sondern nach Geschichten. Die Bauernhoftiere bleiben zusammen, die Dinosaurier auch, die Familie aus Bären ebenso. In jede Runde kommt eine Gruppe. So bleibt das Spiel zusammenhängend, und wenn die Bären nach vier Wochen zurück sind, ist ihre Geschichte noch nicht zu Ende erzählt.

Kleiner Teddybär auf einem FensterbrettKind von hinten mit buntem Schmetterlingsumhang am Fenster

Waschen vor der Pause

Stofftiere, die in den Schrank wandern, werden vorher kurz durchgesehen. Was waschbar ist, kommt in einen Wäschesack oder einen alten Kissenbezug und bei niedriger Temperatur in die Maschine; das Etikett am Tier sagt, was es verträgt. Danach muss es vollständig trocknen, bevor es in die Kiste kommt, sonst riecht es nach vier Wochen muffig. Tiere mit eingebauter Stimme oder Batterie werden nur abgebürstet und an der Oberfläche feucht abgewischt. Lose Augen oder offene Nähte fallen bei dieser Gelegenheit auf und kommen auf die Liste für die große Durchsicht.

Die Verkleidungskiste

Verkleidungen müssen nicht gekauft werden. Ein Hut, ein großes Tuch als Umhang, eine alte Handtasche, eine Weste, ein Gürtel und eine Krone aus Pappe ergeben mehr Rollen als ein einzelnes Kostüm mit festem Motiv. Viele Familien legen außerdem Kleidung hinein, aus der die Erwachsenen herausgewachsen sind: ein Hemd mit großen Knöpfen, ein Rock, eine Krawatte. Kordeln und lange Bänder bleiben draußen, besonders wenn jüngere Geschwister mitspielen.

Die Verkleidungskiste ist die einzige in der dritten Kiste, die man auch einmal außer der Reihe holen darf, etwa für einen Kindergeburtstag oder einen verregneten Sonntag.

Puppenhaus und Puppenwagen

Manche Dinge passen in keine Kiste. Ein Puppenhaus, ein Puppenwagen oder eine Wiege stehen dauerhaft im Zimmer. Gewechselt wird trotzdem, nur kleiner: Die Möbel und Figuren des Puppenhauses kommen in eine Schuhschachtel und machen Pause, während das Haus leer bleibt oder mit Bausteinen eingerichtet wird. Kommt die Schachtel zurück, wird das Haus neu eingerichtet, und das ist für viele Kinder schon ein ganzes Spiel.

Puppenkleider und Zubehör

Puppenkleider, Fläschchen, Schnuller und Haarbürsten verteilen sich gern im ganzen Zimmer. Sie bekommen in der dritten Kiste einen eigenen Beutel. Kleider, die nicht mehr passen oder seit Monaten nicht angezogen wurden, kommen auf den Stapel „geht weiter“. Wer näht, kann aus Stoffresten schnell einfache Kleider schneidern: Ein Rechteck mit einem Loch für den Kopf und einem Band als Gürtel reicht für die meisten Puppen. Kinder helfen gern beim Aussuchen der Stoffe.

Ein Theater aus der Kiste

Fingerpuppen und Stofftiere brauchen manchmal nur eine Bühne. Ein Tisch, über den eine Decke gehängt wird, ist sofort ein Kasperletheater: Die Spieler sitzen dahinter, die Zuschauer davor. Ein Karton mit ausgeschnittenem Fenster tut es ebenso. Eintrittskarten aus Papier und eine Reihe Stühle machen daraus eine Vorstellung, zu der auch die Erwachsenen eingeladen werden. Die Bühne bleibt nur so lange stehen, wie gespielt wird, und kommt danach wieder weg.

Leise und laute Instrumente

Bei der Musik lohnt es sich, aufzuteilen. Leise Instrumente wie Glöckchen, Rasseln oder ein Regenmacher dürfen fast immer im Regal stehen. Laute Dinge wie Trommel, Trillerpfeife oder Blechtrompete kommen in den Wechsel. Das ist nicht nur für die Nerven der Erwachsenen gut; nach der Pause sind sie wieder etwas Besonderes.

Wenn ein Kind etwas vermisst

Es kommt vor, dass ein Kind nach zwei Tagen nach einem Tier aus dem Schrank fragt. Dann wird es geholt, ohne Diskussion. Wenn dasselbe Tier bei jedem Wechsel zurückverlangt wird, gehört es offenbar zu denen, die immer bleiben, und bekommt seinen Platz auf dem Bett. Wie die übrigen Kisten getauscht werden, steht bei der Vier-Kisten-Regel.

Zum Weiterlesen: Bundesinstitut für Risikobewertung: Spielzeug