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KistenwechselSpielzeug im Wechsel statt immer mehr
Kiste 2 · Eisenbahn, Autos, eine Garage aus Karton

Die Fahr-Kiste

Alles, was Räder hat, kommt in die zweite Kiste. Sie ist die Kiste, die am schnellsten überquillt, weil Autos klein sind und gern verschenkt werden. Dabei reichen für ein ganzes Straßennetz erstaunlich wenige.

Was hineinkommt

Eine Holzeisenbahn mit einer Handvoll Schienen, eine Auswahl Autos, ein Straßenteppich oder eine Rolle Kreppband und eine Garage, die man selbst baut. Mehr braucht die Fahr-Kiste nicht. Wer Platz für einen Bahnhof oder eine Brücke hat, legt sie dazu; große Parkhäuser aus Kunststoff dagegen passen in keine Kiste und stehen besser dauerhaft im Zimmer oder werden gegen etwas Kleineres getauscht.

Holzeisenbahn mit Bahnhof und Schienen auf dem Boden

Weniger Autos, mehr Verkehr

In vielen Kinderzimmern liegen dreißig oder vierzig kleine Autos. Gespielt wird meistens mit denselben fünf. Für die Fahr-Kiste wählt man deshalb eine feste Zahl aus, neun oder zehn, darunter die Lieblinge, ein paar große und ein paar ungewöhnliche: ein Traktor, ein Kran, ein Feuerwehrauto. Der Rest kommt in eine eigene Schachtel in Pause. Beim nächsten Wechsel darf das Kind tauschen, drei Autos raus, drei andere rein. So bleibt die Kiste übersichtlich, und die Autos aus der Pause sind beim Wiedersehen eine kleine Überraschung.

Autos, die über mehrere Wechsel hinweg nie gewählt werden, kommen auf den Stapel „geht weiter“. Gerade kleine Autos lassen sich gut weitergeben, an jüngere Kinder im Freundeskreis oder ins Tauschregal der Kita.

Schienen zählen

Bei der Holzeisenbahn lohnt sich der Kistenzettel besonders. Gerade Schienen, Kurven, Weichen und Brücken werden getrennt gezählt. Ein Foto des Lieblingsaufbaus, ausgedruckt und in den Deckel geklebt, ist beim nächsten Mal eine Hilfe: Wer möchte, baut ihn nach, wer nicht möchte, baut etwas Neues. Fehlt eine Weiche, sucht man sie sofort und nicht erst in vier Wochen.

Bunte Holzlokomotive mit WaggonsAltes Holzauto mit Holzrädern

Eine Garage aus einem Schuhkarton

Die beste Garage ist die, die man an einem Nachmittag selbst baut und nach ein paar Wochen ohne Reue ins Altpapier gibt.

  1. Einen Schuhkarton auf die lange Seite stellen. Der Deckel wird zur Rampe und mit Klebeband an der Oberkante befestigt.
  2. In die Vorderseite zwei oder drei Tore schneiden, so breit wie das größte Auto. Das übernehmen Erwachsene.
  3. Mit Stift Parkplätze und Nummern aufmalen. Kinder, die schon Zahlen kennen, ordnen die Autos ihren Nummern zu.
  4. Eine Papprolle als Turm an die Seite kleben, ein Stück Schnur mit einer Büroklammer wird zum Kran.

Wenn die Garage nach ein paar Wochen durchgespielt ist, darf sie weg. Beim nächsten Durchgang entsteht vielleicht eine Waschanlage oder ein Tunnel.

Straßen aus Kreppband

Ein Straßenteppich ist praktisch, aber nicht nötig. Mit Kreppband lassen sich Straßen direkt auf den Boden kleben, quer durchs Zimmer, um die Tischbeine herum, unter dem Sofa hindurch. Das Band löst sich von den meisten Böden rückstandsfrei, auf empfindlichem Holz probiert man es vorher an einer unauffälligen Stelle. Kreuzungen, Parkplätze und Zebrastreifen malt man mit einem Stift dazu. Am Wechseltag wird das Band abgezogen, und die Kiste ist wieder leer.

Autos auf Reisen

Kleine Autos sind die Spielzeuge, die am häufigsten mit aus dem Haus genommen werden: in den Kinderwagen, zu den Großeltern, in den Urlaub. Damit sie nicht nach und nach verschwinden, bekommt die Fahr-Kiste einen kleinen Stoffbeutel mit drei Plätzen. Was unterwegs ist, steckt im Beutel, und der Beutel kommt am Abend zurück in die Kiste. Bei den Großeltern hat sich außerdem bewährt, ein paar Autos dauerhaft dort zu lassen. Sie gehören dann zum Haus der Großeltern und werden beim Wechsel nicht mitgezählt.

Zusammen mit der Bau-Kiste

Wenn die Bau-Kiste und die Fahr-Kiste gleichzeitig im Regal stehen, entstehen die schönsten Spiele zwischen beiden: Brücken aus Bausteinen, Tunnel aus Papprollen, ein Bahnhof aus Klötzen. Der Wechselplan auf der Startseite ist so angelegt, dass genau diese beiden Kisten zwei Wochen lang gemeinsam im Regal stehen. Wer will, legt in dieser Zeit eine große Bauunterlage aus und lässt Straßen und Gebäude bis zum nächsten Wechsel stehen.

Batterien vor der Pause

Viele Fahrzeuge haben inzwischen Licht und Geräusche. Bevor die Fahr-Kiste in den Schrank wandert, kommen die Batterien heraus. Sie entladen sich sonst langsam und können auslaufen, und ein verklebtes Batteriefach ist das Ende vieler Spielzeuge. Die Batterien wandern in eine eigene Dose mit Zettel, damit man beim nächsten Wechsel weiß, welche wohin gehören. Leere Batterien gehören in die Sammelbox im Supermarkt, nicht in den Hausmüll.

Wenn ein Teil fehlt

Eine fehlende Schiene ist bei Holzbahnen meist kein Problem, weil die Systeme vieler Hersteller zusammenpassen. Oft hat jemand im Freundeskreis eine Kiste mit übrigen Schienen, und ein Tausch ist schnell gemacht. Ein Auto mit losem Rad kommt in die Reparaturschachtel und bei der großen Durchsicht an die Reihe.

Größere Anlagen leihen

Eine große Bahnanlage mit Tunneln, Bergen und elektrischen Loks ist für ein paar Wochen faszinierend und danach oft ein Möbelstück, um das man herumgeht. Solche Dinge leiht man besser. Manche Spielotheken haben ganze Bahnkisten im Bestand, und im Bekanntenkreis gibt es fast immer eine Familie, deren Kinder aus dem Eisenbahnalter heraus sind. Wie die Kisten über das Jahr rotieren, steht bei der Vier-Kisten-Regel.

Zum Weiterlesen: Verbraucherzentrale: Spielzeug